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Floriansjünger beendeten Jubiläumsjahr
mit erfolgreicher Theateraufführung
Veröffentlicht im
"DER BIEBRICHER" Ausgabe Dezember 2001
Das
Theater-Laienschauspiel scheint in Biebrich zur neuen Mode geworden zu
sein. Keine vier Wochen nach der überaus erfolgreichen Aufführung „125
Jahre Rathaus – 75 Jahre Eingemeindung“ stand nun am 23. November ein
weiteres Stück zur Aufführung an. Die Freiwillige Feuerwehr
Wiesbaden-Biebrich beendete ihr veranstaltungsreiches 150. Jubiläumsjahr
mit einer historischen Schauübung in der Biebricher Turnhalle.
Unter der Regie und Spielleitung des Feuerwehrehrenmitgliedes Georg Sack,
zugleich Feuerwehrhistoriker und Leiter des Biebricher Heimatmuseums,
hatten rund 40 Laienschauspieler ihr zahlreich erschienenes Publikum in
die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückversetzt. Stilecht und zeitgenössisch
eingekleidet sah man den Akteuren den Spaß an, den sie selbst an der Aufführung
hatten.
Das erste Bild beschrieb Mosbach-Biebrich um das Jahr 1849. Damals gab es
lediglich eine Pflichtfeuerwehr, deren Mitglieder – wie es der Name
schon sagt – nicht aus innerer Überzeugung, sondern auf Anordnung der
Obrigkeit tätig werden mussten. Um einen Brunnen waren einige Bürger
versammelt, als der Ruf „Feuer – Feuer“ über die Bühne schallt.
Stilecht in Nachthemden und mit Schlafmütze auf dem Kopf rannte eine
Familie aus dem Kulissenhaus und stürzte mit Ledereimern auf den Brunnen
zu. Andere Nachbarn eilten herbei und bildeten eine Eimerkette zur
provisorischen Brandbekämpfung. Einige Zeit war verstrichen, da kamen
doch tatsächlich noch ein paar Mitglieder der Pflichtfeuerwehr zur
Unterstützung hinzu. Im Ernstfall führte diese „Organisation“ nicht
selten zum Abbrand bis auf die Grundmauern und die Bürger von damals
konnten froh sein, wenn nicht ganze Straßenzüge dabei Opfer der Flammen
wurden.
Im zweiten Bild wurde eine Schau-Löschübung, unter der Leitung des
damaligen Feuerlöschdirektors Friedrich-August Wolff, aus Anlass des 25-jährigen
Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Biebrich im Jahre 1876 dargestellt.
Waren auch die hierbei zum Einsatz kommenden Geräte im Vergleich zu heute
noch primitiv, wurde dennoch der Vorteil einer freiwilligen und somit
motivierten Truppe deutlich, die einer gewissen Ordnung folgend und
zielgerichtet das Schadensfeuer bekämpfte.
Die Schauspieltruppe setzte sich zum einen aus aktiven Mitgliedern der
heutigen Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Biebrich zusammen,
zum anderen wirkten beispielsweise Akteure vom Heimatmuseum, von Gesang-
und Fastnachtsvereinen und der Biebricher Kolpingfamilie mit. Für die
musikalische Umrahmung der Aufführung sorgte der historische
Feuerwehr-Spielmannszug aus Mainz-Kostheim.
Wehrführer Günter Becker konnte unter den Zuschauern auch zahlreiche
Feuerwehrprominenz begrüßen. Unter ihnen befanden sich der Vizepräsident
des Deutschen Feuerwehrverbandes und Vorsitzende des
Landesfeuerwehrverbandes Hessen, Ralf Ackermann, sowie der Leiter der
Frankfurter Berufsfeuerwehr Reinhard Ries. Grund hierfür war die Tagung
des Landesfeuerwehrverbandes in der Biebricher Turnhalle aus Anlass des
Biebricher Feuerwehrjubiläums. Auch diese Experten zeigten sich nach der
Aufführung sichtlich beeindruckt und gratulierten der Wehr zum gelungenen
Jubiläumsabschluss.
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