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der FF Wiesbaden-Biebrich
   
Sorgen bei der Biebricher Feuerwehr
 
Veröffentlicht im "DER BIEBRICHER" Ausgabe Dezember 2003

„Sorgen macht uns unser 26 Jahre altes Löschfahrzeug“, erklärte Günter Becker Anfang November anlässlich des diesjährigen Kameradschaftsabends der Freiwilligen Feuerwehr Biebrich. Es würde immer länger dauern, bis bei Reparaturen Ersatzteile für das beinahe schon als „historisch“ zu bezeichnende Fahrzeug beschafft werden können. „Betrachtet man die Finanzlage der Stadt Wiesbaden, so können wir uns ausrechnen, wann mit einem Ersatz zu rechnen ist“, fügte er hinzu.

Neben rapide abnehmenden Fördermitgliedschaften sorgen sich die Biebricher Brandschützer zudem besonders um ihr Quartier. Nachdem die ehrenamtlichen Einsatzkräfte und weitere Vereinsmitglieder seit dem Auszug der Berufsfeuerwehr vor neun Jahren immer wieder viel Zeit und Arbeitskraft in die Instandhaltung des Feuerwehrhauses an der Wilhelm-Tropp-Straße gesteckt haben, ruhen die Arbeiten seit einigen Monaten. Als bekannt wurde, dass Teile des Gebäudes an das benachbarte Polizeirevier vermietet werden sollen und der Stadt somit eine weitere Quelle für Mieteinnahmen beschert werden soll, schwand das Engagement der Helfer. „Für wen arbeiten wir hier eigentlich“, fragten sich die bis dato engagierten Feuerwehrleute. Becker betonte in seiner Ansprache, dass sich die ablehnende Haltung der Biebricher Feuerwehr nicht gegen die Polizei richte, schließlich habe man seit Jahren ein gutes Verhältnis untereinander. Neben den befürchteten Problemen, die sich zwangsläufig durch die räumliche Einschränkung, die Teilung des Treppenhauses und der Flure sowie die polizeilichen Sicherheitsanforderungen ergeben werden, wundere sich die Wehr aber sehr, dass die Feuerwehr Wiesbaden das Planungsvorhaben nicht abgelehnt hat. Schließlich würde der für eine Wehr dieser Größe zugestandene Raumbedarf nun unterschritten. Am Rande von Beckers Ansprache diskutierten einige Feuerwehrleute die Frage, wie es beispielsweise mit der Jugendarbeit der Feuerwehr weitergehen soll. „Sollen die Zehnjährigen dann künftig die gleichen Flure benutzen wie vorläufig festgenommene Gewalttätige oder Drogendealer?“, fragte ein Ausbilder der Jugendfeuerwehr.

Bis zum Kameradschaftsabend wurde die Biebricher Feuerwehr bereits zu 114 Einsätzen alarmiert. „Ein neuer Rekord“, wie Becker betonte. Trotz zunehmender Sorgen zeigte er sich zuversichtlich, dass die Wehr auch künftig den an sie gestellten Anforderungen gerecht werde. Er dankte den Frauen und Männern der Einsatzabteilung für ihre Leistungen sowie den fördernden Mitgliedern für ihre Unterstützung.

Bevor sich die Feuerwehrmitglieder trotz aller kritischen Äußerungen und Sorgen dem gemütlichen Teil des Kameradschaftsabends zuwandten, folgten zahlreiche Beförderungen und Vereinsehrungen. Besonders verwähnenswert sind hierbei die Ehrungen von Dietmar Hess und Willi Bickel. Der amtierende Stadtbrandinspektor, Herbert Kurzhals, überreichte im Namen des Nassauischen Feuerwehrverbandes Hess die goldene und Bickel die silberne Ehrenmedaille für ihre jahrelangen Verdienste um die Feuerwehr.

Zahlreiche Beförderungen und Ehrungen gab es beim Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr Biebrich. Die ehemals aktiven Mitglieder Dietmar Hess (1. Reihe 3.v.l.) und Willi Bickel (1. Reihe 2.v.r.) wurden an diesem Abend mit Ehrenmedaillen des Nassauischen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet.

   
     
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