Pressearchiv
der FF Wiesbaden-Biebrich |
||
| Wo andere wegrennen - gehen sie hinein | ||
|
Die
ehrenamtlichen Retter der Freiwilligen Feuerwehr Biebrich trainieren unter
heißen Bedingungen Veröffentlicht im "DER BIEBRICHER" Ausgabe Mai 2005 Kürzlich stand für die Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehr Biebrich eine harte und wahrhaft heiße Prüfung an: Sie trainierten das richtige Verhalten im Einsatz und die Brandbekämpfung im „Flash-Over-Container“ der Berufsfeuerwehr Wiesbaden im Dyckerhoff-Steinbruch. „Flash-Over“ kann man im Deutschen als „Flammenübersprung“ übersetzten. Bei einem Brand in einem geschlossenen Raum sammelt sich der Rauch an der Decke. Dieser Rauch, der sich im Brandverlauf immer weiter aufheizt, enthält noch viele brennbare Stoffe. Kommt nun frischer Sauerstoff hinzu, beispielsweise beim Öffnen einer Tür, kann der Rauch sich schlagartig entzünden. In der Folge heizt der brennende Rauch von der Decke her alle übrigen Gegenstände im Raum auf, die dann ebenfalls blitzartig Feuer fangen. Der gesamte Raum verwandelte sich innerhalb kürzester Zeit in ein Flammenmeer. Seit vier Jahren trainieren Wiesbadens Feuerwehrleute – haupt- wie ehrenamtliche – in einem in Eigenarbeit hergestellten „Flash-Over-Container“ im Dyckerhoff-Steinbruch. Er besteht aus zwei Teilen. Im hinteren Bereich befindet sich der Brandraum, hier werden große Mengen Holz angezündet. Im vorderen Bereich des Containers, dem eigentlichen Übungsraum, gibt es Lüftungseinrichtungen, mit deren Hilfe die Luftzufuhr gesteuert werden kann und somit verschiedene Flash-Over-Effekte erzeugt werden können. Nur eine realistische Aus- und Fortbildung kann die Gefahren eines Flash-Overs für die Einsatzkräfte aufzeigen und somit deren Verhinderung antrainieren. Ziel der Aus- und Fortbildung ist es, durch richtiges Verhalten und durch Verwendung besonderer Wasserstrahlrohre die Brandgase und den Rauch in einem Raum abzukühlen und so die Entstehung einer Stichflamme und vor allem deren Folgen auszuschließen. Über einen Zeitraum von mehreren Stunden absolvierten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus Biebrich mehrere Durchgänge im Flash-Over-Container. Hierbei erfuhren sie, wie heiß es in einem verqualmten Raum werden kann und wie gefährlich es ist, wenn es dann zu der gefürchteten Rauchgasdurchzündung kommt, bei der kurzzeitig Temperaturen von über 400 Grad entstehen können. Auch die Grenze der Schutzwirkung der Einsatzkleidung wurde aufgezeigt. Obwohl bei allen Teilnehmern im Laufe des Tages die Kräfte nachließen, war die Begeisterung über die realitätsnahe Ausbildung jedem Brandschützer anzusehen und nach der Abschlussbesprechung gab es für die Ausbilder der Berufsfeuerwehr viel Applaus. Noch oft werden sich die Atemschutzgeräteträger der Biebricher Feuerwehr an diesen Tag zurückerinnern, an dem sie viele beeindruckende Momente mit dem Feuer erlebt und neue Kenntnisse für ihren ehrenamtlichen Einsatzdienst erworben haben.
|
||
| Zur Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden-Biebrich | |