Freiwillige Feuerwehr Wiesbaden-Biebrich im Flash-Over-Container


(fs) Am 16. April 2005 stand bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiesbaden-Biebrich das Thema „Flash-Over-Container“ auf dem Dienstplan.

Am frühen Morgen erhielten die Atemschutzgeräteträger auf der Feuerwache 2 eine theoretische Einweisung über die Gefahren eines Flash-Overs (Rauchgasdurchzündung). Außerdem wurden die Teilnehmer auf den Durchgang im Flash-Over-Container vorbereitet sowie die Handhabung eines Hohlstrahlrohres geschult.

Nach der Theorie ging es endlich in den Dyckerhoff-Steinbruch, wo sich der Flash-Over-Container der Berufsfeuerwehr Wiesbaden befindet. Der Container besteht aus zwei Teilen. Im hinteren Bereich befindet sich der Brandraum, hier werden große Mengen Holz angezündet. Im vorderen Bereich des Containers (Übungsraum) gibt es einige Lüftungseinrichtungen, um mit Hilfe von Luftzufuhr (Sauerstoff), verschiedene Flash-Over zu erzeugen.

Bevor es aber richtig losging, wurde zuerst die Handhabung mit den Hohlstrahlrohren geübt. Nachdem sich alle mit Schutzkleidung und Atemschutzgeräte ausgerüstet haben und im Brandraum Holzpaletten und Spanplatten lichterloh brannten, ging es endlich los.

In den nächsten Stunden wurden mehrere Durchgänge im Flash-Over-Container absolviert. Hierbei erfuhren die Teilnehmer wie heiß es in einem verqualmten Raum werden kann und wie gefährlich es ist, wenn es dann zu einer Rauchgasdurchzündung kommt. Dabei können kurzzeitig Temperaturen von über 400 Grad entstehen. Auch die Grenze der Schutzwirkung der Einsatzkleidung wurde aufgezeigt, indem viel Wasserdampf erzeugt wurde. Außerdem wurde die einsatztaktische Vorgehensweise truppweise geübt. Hier mussten viele Aspekte beachtet werden, die morgens im theoretischen Unterricht besprochen wurde.

Leider ging gegen Nachmittag dieser Übungsdienst zu Ende. Obwohl bei allen Teilnehmern die Kräfte nachließen und geschafft waren, war die Begeisterung über diesen Tag jedem anzusehen. Nach der Abschlussbesprechung gab es für die Ausbilder großen Applaus für den sehr gut durchgeführten Übungsdienst. Gerne erinnern sich die Atemschutzgeräteträger an diesen Tag zurück, wo sie viele beeindruckende Momente mit dem Feuer erlebt haben und die neuerworbenen Kenntnisse im Einsatzdienst einbringen können.


Hintergrund: Was ist ein Flash-Over?
Ein Flash-Over könnte im Deutschen als Flammenübersprung übersetzt werden. Es sammelt sich bei einem Brand in einem geschlossenen Raum der Rauch an der Decke. Dieser enthält noch viele brennbare Stoffe (Pyrolysegase), und nach und nach heizt sich der Rauch immer weiter auf. Ist genug Sauerstoff in der Luft, dann kann der Rauch, wenn er schließlich heiß genug ist, schlagartig durchzünden. Der brennende Rauch heizt von der Decke her alle Gegenstände im Raum auf, die dann ebenfalls blitzartig Feuer fangen. Der gesamte Raum kann innerhalb kürzester Zeit in Flammen stehen.

 


Fotos:
 Bernd Siegfried
Sascha Gerhard

 

     

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